Finanz-Glossar
Wichtige Begriffe aus der Welt der Finanzmärkte, verständlich erklärt.
67 BegriffeB
Basisrisiko
Basisrisiko bleibt, wenn Hedge und abgesicherte Position nicht gleich reagieren. Der Hedge reduziert das Zielrisiko, neutralisiert es aber nicht exakt.
Box Spread
Ein Box Spread kombiniert vier Optionen zu einer fixen Auszahlung am Verfall: gekauft eine besicherte Geldanlage, verkauft ein Kredit zu Geldmarktzinsen.
Breakeven Inflation
Differenz zwischen Nominalrendite und TIPS-Realrendite gleicher Laufzeit: die Durchschnittsinflation, bei der beide Anleihen dasselbe abwerfen.
Business Development Company (BDC)
Eine BDC finanziert kleinere und mittlere US-Unternehmen über Kredite und Beteiligungen. Ihre Anteile können börsennotiert oder nicht börsennotiert sein.
C
Charm
Charm misst die Änderung des Optionsdeltas durch Zeitablauf. Erklärung von Vorzeichen, Tageswert und Delta-Hedge mit einem berechneten Beispiel.
Contango und Backwardation
Contango und Backwardation beschreiben steigende oder fallende Terminkurven; ihre Form beeinflusst die Wertentwicklung gerollter Futures-Positionen.
Cost of Carry
Cost of Carry sind die Netto-Haltekosten eines Instruments: Finanzierung und weitere Kosten abzüglich laufender Erträge wie Zins oder Kupon.
Covered Call
Beim Covered Call verkauft man einen Call auf eigenen Bestand: sofortige Prämie gegen gedeckeltes Aufwärtspotenzial, kein Schutz nach unten.
Credit Spread
Renditeaufschlag einer Unternehmensanleihe gegenüber Staatsanleihen gleicher Laufzeit: der Marktpreis des Kreditrisikos, der sich im Stress ausweitet.
D
Delta
Delta misst, wie stark sich der Preis einer Option ändert, wenn der Basiswert um eine Einheit steigt oder fällt.
Delta Hedging
Delta Hedging ist die Absicherung einer Optionsposition durch den Kauf oder Verkauf von Aktien, um das Positionsdelta auf null zu bringen.
Duration
Modifizierte Duration misst die lokale Zinssensitivität des Anleihepreises. Macaulay-Duration beschreibt die barwertgewichtete Zahlungsdauer.
DV01
Der DV01 ist der Geldbetrag, um den sich eine Anleihenposition je Basispunkt Renditeänderung bewegt: Marktwert mal modifizierte Duration mal 0,0001.
F
Fed Funds Rate (EFFR)
Die Fed Funds Rate ist der US-Leitzins als Zielband; die EFFR misst als volumengewichteter Median, wo unbesicherte Übernachtkredite tatsächlich handeln.
Fremdwährungsrisiko
Fremdwährungsrisiko ist die Wertänderung eines Vermögens in der Heimatwährung, die allein aus einer Bewegung des Wechselkurses entsteht.
FX Forward
Ein FX Forward fixiert den Kurs eines späteren Währungstauschs. Zinsdifferenz, Cross Currency Basis und Handelsbedingungen beeinflussen den Terminkurs.
FX Forward Points (Swap-Punkte)
Forward-Punkte sind die Differenz zwischen Terminkurs und Spotkurs. Zinsdifferenz, Cross Currency Basis und Handelsbedingungen beeinflussen sie.
FX Future
Ein FX Future ist das börsengehandelte Devisentermingeschäft: standardisierte Kontrakte mit zentralem Clearing, Margin und täglicher Abrechnung.
FX Swap
Kombination aus Kassa- und Termingeschäft: Tausch heute zum Spotkurs, Rücktausch zum Forward-Kurs; das Standardwerkzeug zum Rollen von Hedges.
G
Gamma
Gamma misst die Änderungsrate des Deltas bei einer Einheitsbewegung des Basiswerts. Es ist die zweite Ableitung des Optionspreises.
Gamma Exposure (GEX)
Gamma Exposure schätzt Dealer-Gamma aus Open Interest und Positionsannahmen; Zero Gamma bezeichnet einen möglichen Vorzeichenwechsel im Spot-Szenario.
Gamma Scalping
Gamma Scalping kombiniert positives Gamma mit wiederholtem Delta-Hedging. Das Gesamtergebnis hängt auch von Zeit, IV, Finanzierung und Kosten ab.
Greeks
Die vier Hauptgreeks Delta, Gamma, Theta und Vega messen die Sensitivität des Optionspreises gegenüber verschiedenen Marktfaktoren.
I
Implied Move
Der Implied Move übersetzt Optionspreise in eine Bewegungsspanne, je nach Konvention als Straddle-Break-Even oder Ein-Sigma-Modellspanne.
Implizite Volatilität
Die implizite Volatilität ist die vom Markt eingepreiste erwartete Schwankungsbreite des Basiswerts über die Restlaufzeit der Option.
Inverse Zinskurve
Zinskurve, bei der kurze Laufzeiten höher rentieren als lange: Der Markt preist fallende Leitzinsen ein, oft als Rezessionssignal gelesen.
Investment Grade und High Yield
Investment Grade umfasst Ratings von AAA bis BBB-, High Yield alles darunter. Die Trennlinie bestimmt Käuferbasis, Spreads und Krisenverhalten.
Iron Condor
Der Iron Condor kombiniert einen Put Credit Spread und einen Call Credit Spread; Gewinn und Verlust am Verfall sind durch Nettokredit und Flügel begrenzt.
IV-Rang und IV-Perzentil
IV-Rang und IV-Perzentil verorten die aktuelle implizite Volatilität in einem historischen Fenster; das Perzentil reagiert meist weniger auf einzelne Ausreißer.
K
M
Margin
Margin ist die Sicherheitsleistung für gehebelte Positionen: Initial Margin zum Einstieg, Maintenance Margin als Haltelinie, Variation Margin täglich.
Moneyness
Moneyness beschreibt das Verhältnis zwischen dem aktuellen Kurs des Basiswerts und dem Strike einer Option.
Mortgage-Backed Securities (MBS)
MBS bündeln Zahlungen aus Hypotheken. Kreditrisiko, Rückzahlungsverlauf und Konvexität hängen von Garantien, Kreditpool und Wertpapierstruktur ab.
MOVE-Index
Der MOVE-Index misst die aus Optionen abgeleitete erwartete Schwankungsbreite am US-Zinsmarkt und gilt als Volatilitätsbarometer für Anleihen.
N
Netto-Liquidierungswert (NLV)
Der NLV ist der Wert eines Kontos, wenn alle Positionen sofort glattgestellt würden: Cash, Positionswerte und offene G/V, umgerechnet in die Basiswährung.
Nullkuponanleihe
Eine Nullkuponanleihe zahlt keine Coupons. Ihre Macaulay Duration entspricht der Restlaufzeit; der vereinbarte Nennwert wird bei Fälligkeit zurückgezahlt.
O
Open Interest
Open Interest ist die Zahl der offenen Kontrakte einer Options- oder Futures-Serie: der Positionsbestand im Markt, im Unterschied zum Tagesvolumen.
Option Adjusted Spread (OAS)
Der OAS ist ein modellabhängiger Spread nach Berücksichtigung eingebetteter Optionen. Er dient zum Vergleich von Anleihen mit unterschiedlicher Optionalität.
R
Realisierte Volatilität
Realisierte Volatilität misst die tatsächliche Schwankung eines Kurses über ein zurückliegendes Fenster, annualisiert aus den Tagesrenditen.
Rendite auf Verfall (YTM)
Die YTM ist der Zinssatz, der alle Zahlungen einer Anleihe auf den heutigen Preis abzinst: die Jahresrendite bei Halten bis zur Fälligkeit.
Repo (Repurchase Agreement)
Ein Repo ist ein besichertes Kurzfristdarlehen mit fester Rückkaufvereinbarung, über Nacht oder mit längerer Laufzeit; Treasury-Repos bilden SOFR.
S
Shadow Greeks
Shadow Greeks beschreiben hier Sensitivitäten unter angenommenen gemeinsamen Kurs-, Zeit- und IV-Bewegungen. Die Definition hängt von der Szenarioregel ab.
Sharpe Ratio
Die Sharpe Ratio misst durchschnittliche Differenzrendite je Einheit ihrer Volatilität; Tail-Risiko und Asymmetrie bildet sie nicht direkt ab.
SOFR
Der besicherte Übernachtzins aus dem US-Repo-Markt: Nachfolger des LIBOR und risikofreier Referenzzins für Floater, Futures und Zinsderivate.
Steepener und Flattener
Steepener und Flattener beschreiben, ob die Zinsstrukturkurve steiler oder flacher wird; Bull und Bear, ob die Renditen dabei fallen oder steigen.
Straddle
Ein Straddle kombiniert Call und Put am selben Strike und Verfall: Long entsteht ein konvexes Bewegungsprofil, short das umgekehrte Risikoprofil.
Strangle
Ein Strangle kombiniert Put und Call mit auseinanderliegenden Strikes: meist niedrigere Prämie als beim Straddle, aber weiter entfernte Break-Evens.
Strike
Der Strike ist der vertraglich fixierte Ausübungspreis einer Option: beim Call das Kaufrecht, beim Put das Verkaufsrecht zum festgelegten Kurs.
T
T-Bill
Kurzlaufende US-Staatsanleihe ohne Coupon: zu 100 fällig, bei positiver Rendite darunter gehandelt. Die Rendite steckt im Diskont.
Taylor-Regel
Die Taylor-Regel schätzt einen angemessenen Leitzins aus neutralem Realzins, Inflation, Inflationsziel und Produktionslücke.
Term Premium
Das Term Premium ist die geschätzte Vergütung für das Risiko, eine langlaufende Anleihe statt einer Folge kurzlaufender Anlagen zu halten.
Theta
Theta misst den isolierten Zeitbeitrag zur Änderung des Optionspreises bei festen übrigen Parametern. Vorzeichen und Zeiteinheit sind zu beachten.
TIPS
US-Staatsanleihen, deren Nennwert an den Verbraucherpreisindex gekoppelt ist: Kapital und Coupon wachsen mit der Inflation, gehandelt wird die Realrendite.
V
Value at Risk (VaR)
Der Value at Risk ist die Verlustschwelle, die in einem Zeitraum mit gewählter Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird, kein Maximalverlust.
Vanna
Vanna misst, wie sich das Delta einer Option ändert, wenn die Volatilität schwankt. Es ist ein Second Order Greek mit zwei äquivalenten Definitionen.
Vega
Vega misst die Sensitivität des Optionspreises gegenüber Änderungen der impliziten Volatilität.
Vertical Spread
Ein Vertical Spread kauft und verkauft Optionen gleichen Typs mit verschiedenen Strikes; Maximalgewinn und Maximalverlust am Verfall sind begrenzt.
Volatilitätsrisikoprämie (VRP)
Die Volatilitätsrisikoprämie vergütet Volatilitäts- und Tail-Risiko; implizierte minus realisierte Varianz dient als Ex-post-Näherung.
Volatility Smile und Skew
Skew und Smile beschreiben, wie die implizite Volatilität über die Strikes variiert: Schiefe durch Absicherungsnachfrage, Krümmung durch Tail-Risiken.
Volga
Volga misst die Änderungsrate des Vega bei Volatilitätsänderungen. Es ist das Gamma der Volatilität.
Z
Zeitwert und innerer Wert
Der Optionspreis besteht aus innerem Wert und Zeitwert: Der Zeitwert ist die Prämie für Restlaufzeit und Volatilität und fällt bis zum Verfall auf null.
Zinsparität
Arbitragebeziehung, die den Forward-Kurs an die Zinsdifferenz bindet: Währungsgesicherte Anlagen liefern in beiden Währungen dasselbe Ergebnis.
Zinsstrukturkurve
Die Zinsstrukturkurve vergleicht Renditen nach Laufzeit. Ihre Form verbindet Erwartungen über Kurzfristzinsen mit Laufzeitprämien.
Die Begriffe in der Praxis lernen
Unsere Kurse vertiefen die Konzepte mit realen Beispielen und praktischen Anwendungen.
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