US-Aktien im Depot, und in drei Monaten sollen Dollar in Euro getauscht werden: Der künftige Wechselkurs ist unbekannt, aber es gibt einen Kurs, der sich heute schon festschreiben lässt: den Forward Kurs. Genau das leistet ein FX Forward.
Was ist ein FX Forward?
Ein FX Forward, auf Deutsch Devisentermingeschäft, ist die verbindliche Vereinbarung, einen Währungsbetrag an einem festen Termin in der Zukunft zu einem heute fixierten Kurs zu tauschen. Heute fließt (abgesehen von Sicherheiten) kein Kapital; Kurs, Betrag und Termin stehen aber fest. Der vereinbarte Kurs heißt Forward Kurs oder Terminkurs, sein Gegenstück ist der Spotkurs, zu dem sofort getauscht wird.
Der Forward Kurs ist keine Meinung über die Zukunft. Er folgt mechanisch aus der Zinsparität: Wer Euro und Dollar zu den jeweiligen Geldmarktzinsen anlegen kann, darf über den Terminmarkt keinen risikolosen Gewinn erzielen. Für EUR/USD ergibt sich daraus:
Forward = Spot × (1 + Zins USD × t) ÷ (1 + Zins EUR × t)
Dabei ist t die Laufzeit in Jahren. Liegt der US-Zins über dem Euro-Zins, notiert der Forward über dem Spot; die Differenz sind die Forward Punkte.
Der Forward ist der heute vereinbarte Kurs für den Tausch am Termin, keine Prognose des künftigen Spotkurses.
Praxisbeispiel
Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Werten: Spot EUR/USD 1,0800, USD-Geldmarktzins 5,3 % (etwa SOFR), EUR-Geldmarktzins 3,9 %, Laufzeit 3 Monate (90 Tage):
Forward = 1,0800 × (1 + 0,053 × 90 ÷ 360) ÷ (1 + 0,039 × 90 ÷ 360) = 1,0800 × 1,01325 ÷ 1,00975 = 1,0837
Der Forward notiert rund 37 Pips über dem Spot. Wer heute Dollar per Termin gegen Euro verkauft, etwa um eine US-Position abzusichern, bekommt am Termin rund 0,35 % weniger Euro als beim heutigen Spot. Aufs Jahr hochgerechnet sind das etwa 1,39 %, fast exakt die Zinsdifferenz von 1,4 Prozentpunkten. Genau dieser Aufschlag sind die Absicherungskosten des Hedges.
Häufiges Missverständnis
„Der Forward Kurs zeigt, wo der Markt den Euro in drei Monaten erwartet.“ Nein. Der Forward Kurs enthält keine Prognose, sondern ausschließlich die Zinsdifferenz der beiden Währungen. Stünde er woanders, könnten Banken risikolos Geld verdienen, indem sie den günstigeren der beiden Anlagewege wählen und den Kurs per Termin sichern. Diese Arbitrage zwingt den Forward auf den Paritätswert zurück.
Der klassische FX Forward wird außerbörslich mit einer Bank geschlossen und ist Privatanlegern kaum zugänglich. Dieselbe Ökonomie liefert der börsengehandelte Euro FX Future an der CME, der sich über Broker wie Interactive Brokers handeln lässt: gleicher Preisaufbau, gleiche Konvergenz zum Spot, nur standardisiert und mit täglichem Margining. Zum Verlängern der Absicherung wird gerollt; das Instrument dafür ist der FX Swap bzw. beim Future der Kalenderspread.
Kernaussage
Der Forward Kurs folgt aus der Zinsparität und weicht vom Spot genau um die Forward Punkte ab. Für den EUR-Anleger mit USD-Positionen heißt das: Die Absicherung kostet im Kern die Zinsdifferenz, im Beispiel zugunsten des Dollars, und dieser Preis ist transparent und planbar.