Anleihen / Fixed Income Federal Funds Rate / Effective Federal Funds Rate / US-Leitzins

Fed Funds Rate (EFFR)

Wenn Nachrichten melden, die Fed habe die Zinsen gesenkt, ist genau eine Größe gemeint: die Fed Funds Rate. Sie ist der Anker des kurzen Endes der US-Zinskurve, und weil der US-Dollar die Leitwährung ist, strahlt sie auf praktisch jeden Markt aus, von Anleihen über Aktien bis zu den Wechselkursen.

Was ist die Fed Funds Rate?

Die Federal Funds Rate ist der Zinssatz, zu dem sich US-Banken unbesichert über Nacht Zentralbankguthaben leihen, von anderen Banken und vor allem von staatsnahen Förderinstituten (Government Sponsored Enterprises), die auf diesem Markt die größten Verleiher sind. Die US-Notenbank legt dafür kein fixes Niveau fest, sondern ein Zielband von 25 Basispunkten Breite (zum Beispiel 4,25 bis 4,50 %, Beispielwerte) und steuert den Marktzins mit ihren Instrumenten in dieses Band. Gemessen wird das Ergebnis als EFFR (Effective Federal Funds Rate): der volumengewichtete Median der tatsächlich abgeschlossenen Übernachtgeschäfte, den die New Yorker Fed täglich veröffentlicht. Die EFFR ist damit ein realisierter Satz; die Erwartungen an künftige Zinsschritte handeln daneben in eigenen Instrumenten wie Fed Funds Futures.

4,25 bis 4,50 %
Zielband der Fed
(Beispielwerte)
4,33 %
EFFR: gemessener Satz,
liegt im Band (Beispiel)
8 x pro Jahr
reguläre Zinsentscheide
des Offenmarktausschusses (FOMC)

EFFR und SOFR: unbesichert gegen besichert

Die EFFR hat einen engen Verwandten, mit dem sie oft verwechselt wird: SOFR. Beide sind US-Übernachtzinsen, aber sie messen verschiedene Märkte. Die EFFR misst unbesicherte Kredite zwischen Banken, SOFR besicherte Repo-Geschäfte gegen US-Staatsanleihen mit einem Vielfachen des Volumens. In ruhigen Zeiten liegen beide nahe beieinander im Zielband; laufen sie auseinander, ist das ein Signal für Spannungen im Geldmarkt und damit selbst eine beobachtenswerte Kennzahl.

EFFR

  • Unbesicherte Übernachtkredite an Banken
  • Das direkte Maß dafür, wo die Geldpolitik tatsächlich steht
  • Bezugspunkt, an dem sich die Zinserwartungen des Markts messen lassen

SOFR

  • Besicherte Repo-Geschäfte gegen US-Staatsanleihen
  • Deutlich größeres Volumen, Nachfolger des LIBOR
  • Referenzzins für Kredite, Derivate und Zins-Futures

Warum die Zahl für Anleger zentral ist

Die Fed Funds Rate ist der Startpunkt der gesamten Zinsstrukturkurve: T-Bills und kurze Laufzeiten kleben an ihr beziehungsweise an dem Pfad, den der Markt für sie erwartet, während die langen Laufzeiten Wachstums- und Inflationserwartungen einpreisen. Der Vergleich von Leitzins und Marktzins ist deshalb ein Analysewerkzeug: Liegt die zweijährige Rendite deutlich unter der EFFR, preist der Markt Zinssenkungen ein, lange bevor die Fed sie beschließt.

Auch am Devisenmarkt führt kein Weg an ihr vorbei: Die Differenz zwischen US-Zinsen und Euro-Zinsen bestimmt über die Zinsparität die Forward Punkte und damit die Absicherungskosten jeder EUR/USD-Absicherung. Wer wissen will, was sein Hedge kostet, schaut am Ende auf die Geldmarktzinsen beider Währungsräume, und die sind an den jeweiligen Leitzinsen verankert.

Der Leitzins ist nicht der Marktzins

Die Fed setzt nur den Übernachtsatz; alle längeren Zinsen macht der Markt. Zwischen beiden liegt die Erwartung: Renditen bewegen sich, wenn sich der erwartete Zinspfad ändert, nicht erst beim Zinsentscheid. Deshalb können lange Renditen steigen, während die Fed senkt, und umgekehrt. Wer Zinsentscheide handeln will, muss wissen, was davon bereits eingepreist ist, nicht nur, was beschlossen wird.

Kernaussage

Der Anker des kurzen Endes

Die Fed Funds Rate ist der US-Leitzins als Zielband, die EFFR seine gemessene Wirklichkeit als volumengewichteter Median der unbesicherten Übernachtkredite. Sie verankert das kurze Ende der Zinskurve, treibt über die Zinsdifferenz die Absicherungskosten am Devisenmarkt und ist die Referenz, an der der Markt seine Zinserwartungen ausrichtet.