Was ist Gamma Scalping?
Gamma Scalping verbindet eine Position mit positivem Gamma mit wiederholtem Delta-Hedging. Kursbedingte Hedge-Anpassungen folgen dem Muster: nach Rückgängen Basiswert kaufen, nach Anstiegen verkaufen. Daraus entstehen nicht automatisch Nettogewinne.
Technisch wird das durch Kursbewegungen veränderte Positionsdelta durch Gegengeschäfte im Basiswert zurückgeführt. Für kleine Kursbewegungen ist der lokale Gamma-Beitrag bei positivem Gamma positiv. Die Gesamtposition enthält daneben Zeit-, IV-, Finanzierungs- und Kosteneffekte.
Wie funktioniert Gamma Scalping?
Der Ablauf ist mechanisch und folgt immer demselben Muster:
Gamma Scalping in der Praxis
Die relevante Rechnung ist das Gesamtergebnis von Option und Hedge. Ein negativer Zeitbeitrag, Finanzierung und Transaktionskosten können Bruttoerträge aufzehren. Auch die Veränderung der IV beeinflusst den Optionswert.
Günstiger Beitrag im einfachen Modell
- Realisierte Volatilität > implizite Volatilität
- Markt schwankt mehr als eingepreist
- Scalping-Erträge > Theta Kosten
Ungünstiger Beitrag im einfachen Modell
- Realisierte Volatilität < implizite Volatilität
- Markt schwankt weniger als eingepreist
- Theta-Kosten > Scalping-Erträge
Im idealisierten Black-Scholes-Rahmen ohne Kosten und bei kontinuierlichem Delta-Hedging hängt der verbleibende Ergebnisbeitrag vom mit Gamma und Kursniveau gewichteten Unterschied zwischen realisierter und zur Bewertung verwendeter Varianz ab. Eine einzige ungewichtete Jahresvolatilität reicht deshalb nicht für jede Position. Diskretes Hedging, Sprünge, IV-Bewegungen und Kosten verändern das Ergebnis; ihre Wirkung hat nicht pauschal dieselbe Richtung.
Kernaussage
Positive Konvexität bestimmt die Richtung der kursbedingten Hedge-Anpassungen. Ob Gamma Scalping insgesamt profitabel ist, entscheidet die gemeinsame Entwicklung von Option, Hedge, Zeitbeitrag, Finanzierung und Kosten.