Was ist Gamma Scalping?
Eine gekaufte Option, laufend abgesichert: Jedes Mal, wenn der Kurs schwankt, verdient das Nachsteuern ein kleines Stück. Das ist Gamma Scalping.
Technisch: Delta neutrale Händler mit positiver Gamma Position (Long Optionen) profitieren systematisch von Kursschwankungen durch mechanisches Re Hedging. Jede Kursbewegung erzeugt eine Delta Abweichung, die durch Gegengeschäfte im Basiswert ausgeglichen wird.
Wie funktioniert Gamma Scalping?
Der Ablauf ist mechanisch und folgt immer demselben Muster:
Gamma Scalping in der Praxis
Die Strategie klingt wie eine Gelddruckmaschine, aber sie hat einen klar definierten Preis. Long Gamma kostet täglich Theta. Die zentrale Frage lautet: Verdiene ich beim Scalpen mehr, als ich an Zeitwert verliere?
Profitabel wenn:
- Realisierte Volatilität > implizite Volatilität
- Markt schwankt mehr als eingepreist
- Scalping Gewinne > Theta Kosten
Verlustbringend wenn:
- Realisierte Volatilität < implizite Volatilität
- Markt schwankt weniger als eingepreist
- Theta Kosten > Scalping Gewinne
Gamma Scalping ist eine Wette auf Volatilität: Der Händler bezahlt die vom Markt eingepreiste Volatilität (über Theta) und hofft, dass die tatsächlichen Schwankungen größer sind. Es ist kein risikoloser Gewinn, sondern ein gezielter Trade auf die Differenz zwischen impliziter und realisierter Volatilität. Die Breakeven Bedingung gilt idealisiert: Transaktionskosten, diskretes statt kontinuierliches Hedging, Kurssprünge und Bewegungen der Volatilitätsoberfläche verschieben den realen Breakeven nach oben.
Kernaussage
Die Konvexität einer Long Option erlaubt es, bei jeder Kursschwankung mechanisch Gewinne einzuschließen: tief kaufen, hoch verkaufen. Aber diese Konvexität hat ihren Preis: täglichen Theta Verlust. Profitabel ist die Strategie nur, wenn die Welt sich mehr bewegt, als der Markt erwartet.