Business Development Companies finanzieren vor allem kleinere und mittlere US-Unternehmen mit Krediten und Beteiligungen. Börsennotierte BDCs machen solche Portfolios über eine handelbare Aktie zugänglich. Es gibt auch nicht börsennotierte BDCs mit anderen Liquiditätsbedingungen.
Was ist eine Business Development Company?
Eine Business Development Company (BDC) ist eine Investmentgesellschaft mit einem besonderen regulatorischen Status nach dem US Investment Company Act. Viele BDCs konzentrieren sich auf Direct Lending, andere halten zusätzlich oder überwiegend Eigenkapitalbeteiligungen. Häufig wählen sie steuerlich den Status einer Regulated Investment Company (RIC). Zu dessen Voraussetzungen gehört eine Ausschüttung von mindestens 90 % des gesetzlich definierten Investment Company Taxable Income, zuzüglich 90 % der gegebenenfalls anfallenden Nettoerträge aus steuerfreien Zinsen. Das ist weder eine Ausschüttung von 90 % aller Zinseinzahlungen noch eine feste Dividendenzusage.
Die Kredite sind überwiegend variabel verzinst, häufig als SOFR plus einige hundert Basispunkte Aufschlag, und oft erstrangig besichert (First Lien). Das Kreditrisiko der Schuldner liegt dabei typischerweise unterhalb von Investment Grade; die Einordnung erklärt der Eintrag Investment Grade und High Yield.
Die vier Kennzahlen, die zählen
Für kreditlastige BDCs ist neben der Gewinnentwicklung besonders die Qualität des Kreditbuchs wichtig. Vier Größen tragen die Analyse (Zahlen im Beispiel angenommen):
Nettovermögen je Anteil
8 % Abschlag auf das Portfolio
Income (NII) zu Dividende
Zinserfassung (zu Kostenbasis)
NAV je Aktie = (gesamte Vermögenswerte − sämtliche Verbindlichkeiten) / ausstehende Aktienzahl. Bei 1 Milliarde US-Dollar Nettovermögen und 40 Millionen Aktien sind das 25 US-Dollar je Aktie. Zum Vermögen gehören neben Krediten auch Beteiligungen und liquide Mittel. Kurs/NAV vergleicht den Börsenkurs mit diesem Wert je Aktie: 23 / 25 = 0,92, also 8 % Abschlag. Bewertung, erwartete Verluste, Gebühren und Managementleistung können den Auf- oder Abschlag beeinflussen.
Die Ausschüttungsdeckung setzt das Net Investment Income (NII), also die laufenden Investmenterträge abzüglich der zugehörigen Aufwendungen, zur Dividende derselben Periode ins Verhältnis. NII umfasst nicht nur Nettozinseinkommen. Unter 100 % ist die Dividende nicht vollständig durch das NII gedeckt; realisierte Gewinne können ebenfalls zu Ausschüttungen beitragen. Das beweist daher noch keinen Substanzverzehr.
Non-Accruals sind Kredite, für die Zinserträge nicht mehr regulär periodengerecht erfasst werden, etwa wegen Zweifeln an ihrer Einbringlichkeit. Sie sind nicht mit jeder verspäteten Zahlung gleichzusetzen. Die Quote kann auf Anschaffungskosten oder Fair Value beruhen; Vergleiche brauchen dieselbe Basis. Wertminderungen können bereits vor der Einstufung im NAV enthalten sein.
Was für BDCs spricht
- Bei börsennotierten BDCs Zugang über handelbare Aktien
- Hohe laufende Ausschüttungen aus variabel verzinsten Krediten
- Erstrangige Besicherung dämpft Verluste im Einzelfall
Was man einpreisen muss
- Schuldner unterhalb Investment Grade, voll im Kreditzyklus
- BDCs arbeiten selbst mit Leverage, das Verluste hebelt
- Fallende Zinsen drücken das Zinseinkommen variabler Kredite
Eine hohe Dividendenrendite kann aus einer hohen Ausschüttung, einem gefallenen Börsenkurs oder beidem entstehen. Sie ist keine garantierte Gesamtrendite. Kreditverluste, eigene Verschuldung, Gebühren und mögliche Dividendenkürzungen gehören zusammen mit NAV, NII und Non-Accruals in die Beurteilung.
Kernaussage
BDCs finanzieren Unternehmen über Kredite und Beteiligungen. Für die hier betrachteten kreditlastigen, börsennotierten BDCs helfen NAV je Aktie, Kurs/NAV, NII-Deckung und Non-Accruals, die Ausschüttung und das Kreditrisiko einzuordnen. Keine dieser Kennzahlen ersetzt die übrigen.