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Open Interest

Volumen zeigt, wie viele Kontrakte gehandelt wurden. Open Interest zeigt, wie viele Kontrakte nach Eröffnungen und Schließungen offen bleiben. Es ist eine Bestandsgröße für Options- und Futures-Serien.

Was ist Open Interest?

Open Interest (OI) ist die Anzahl aller offenen, noch nicht glattgestellten Kontrakte einer Options- oder Futures-Serie. Jeder Kontrakt hat einen Käufer und einen Verkäufer, gezählt wird das Paar einmal.

Eröffnen beide Seiten eine neue Position, steigt das OI um eins. Schließen beide eine bestehende Position, sinkt es um eins. Eröffnet eine Seite, während die andere schließt, bleibt es unverändert. Börsen veröffentlichen das OI je Strike und Verfall typischerweise einmal täglich.

Open Interest und Volumen: zwei verschiedene Fragen

Volumen

Zählt jeden gehandelten Kontrakt des Tages, auch wenn dieselbe Position mittags eröffnet und nachmittags geschlossen wurde. Es misst Aktivität, aber nicht unmittelbar die aktuell verfügbare Markttiefe.

Open Interest

Zählt, was nach Eröffnungen und Schließungen offen bleibt. Es zeigt, an welchen Serien und Strikes sich Kontraktbestände konzentrieren, aber nicht, welche Orders aktuell im Orderbuch liegen.

Wozu die Zahl in der Praxis dient

Hohes OI kann zusammen mit Volumen, Geld-Brief-Spanne und sichtbarer Orderbuchtiefe auf eine gut handelbare Serie hindeuten. Allein misst es die Liquidität nicht. Ein großer Bestand kann ohne aktuelle Gegenorders bestehen.

Strikes mit auffällig hohem OI markieren Konzentrationen offener Kontrakte. Ob daraus ein Pin-Risiko oder relevanter Hedgingfluss entsteht, hängt von Positionsseiten, Moneyness und Restlaufzeit ab.

Für Modelle wie Gamma Exposure (GEX) wird das Gamma jedes Strikes mit dem dortigen Open Interest gewichtet. Ein Beispiel mit angenommenen Werten: 40.000 Kontrakte und ein Multiplikator von 100 entsprechen Optionen auf 4 Millionen Einheiten des Basiswerts. Das OI allein zeigt nicht, welche Seite Dealer halten und wie groß ihr Hedge ist.

Open Interest kennt keine Richtung

Die Zahl sagt nicht, wer long und wer short ist oder warum die Position besteht. Hohes Put-OI kann Absicherung, Spekulation oder ein Bein einer Spread-Struktur sein. Richtungsdeutungen benötigen Zusatzannahmen. Dazu kommt die Verzögerung: Das veröffentlichte OI ist in der Regel der Stand des Vortags.

Kernaussage

Der Bestand, nicht der Verkehr

Open Interest zählt offene Kontrakte je Serie, Strike und Verfall. Es misst Bestand statt Tagesaktivität, aber weder Orderbuchtiefe noch Richtung oder Motiv der Positionen. Weitergehende Aussagen benötigen zusätzliche Daten oder Modellannahmen.