FX / Währung Währungsfuture / Currency Future (6E, E7, M6E)

FX Future

Wer sein Währungsrisiko absichern will, aber keinen Zugang zum Interbanken-Terminmarkt hat, findet an der Börse das passende Werkzeug: den FX Future, das börsengehandelte Gegenstück zum FX Forward.

Was ist ein FX Future?

Ein FX Future (Währungsfuture) ist ein börsengehandelter Terminkontrakt auf einen Wechselkurs: die standardisierte Verpflichtung, einen festen Währungsbetrag zu einem festen Termin zum heute vereinbarten Kurs zu tauschen. Gehandelt werden FX Futures vor allem an der CME; für EUR/USD ist der Euro FX Future mit dem Kürzel 6E der Standard. Kontraktgröße, Verfallstermine und Mindestkursschritte legt die Börse fest, die Gegenpartei ist das zentrale Clearinghaus. Gelistet sind Quartalstermine (März, Juni, September, Dezember), auf denen fast die gesamte Liquidität liegt, plus einzelne Zwischenmonate.

Preislich folgt der Future derselben Logik wie der Forward: Er handelt nicht zur Meinung des Marktes über den künftigen Wechselkurs, sondern zum Spotkurs plus Zinsdifferenz gemäß Zinsparität; die Differenz zum Spot entspricht den Forward Punkten und bestimmt die Absicherungskosten.

Kontraktgrößen und Hebel

Für EUR/USD gibt es drei Kontraktgrößen, sodass sich die Absicherung an die Depotgröße anpassen lässt (Beispielrechnung mit angenommenem Kurs 1,0800):

6E
125.000 EUR je Kontrakt
Standardgröße
E7
62.500 EUR je Kontrakt
E-mini
M6E
12.500 EUR je Kontrakt
Micro
12,50 USD
Wert eines Pips (0,0001)
beim 6E

Die Liquidität konzentriert sich dabei auf den Standardkontrakt und den Micro; der E7 handelt spürbar dünner, was sich in der Geld-Brief-Spanne niederschlägt. Ein 6E-Kontrakt bewegt bei Kurs 1,0800 einen Gegenwert von 125.000 × 1,08 = 135.000 US-Dollar, hinterlegt wird dafür aber nur eine Margin von wenigen Tausend US-Dollar. Gewinne und Verluste werden täglich über das Konto abgerechnet (Mark to Market): Steigt EUR/USD um 0,0050, schreibt ein Long-Kontrakt 625 US-Dollar gut, ein Short-Kontrakt wird entsprechend belastet.

FX Future (Börse)

  • Standardisierte Größen und Termine, zentrales Clearing
  • Für Privatanleger über jeden Futures-Broker handelbar
  • Tägliche Gewinn- und Verlustabrechnung über die Margin
  • Transparente Preise im Orderbuch

FX Forward (OTC)

  • Betrag und Termin frei vereinbar, bankindividuell
  • Domäne von Unternehmen und institutionellen Anlegern
  • Abrechnung erst am Termin, Gegenparteirisiko zur Bank
  • Preis als Kursstellung der Bank

Für die dauerhafte Absicherung eines Depots gehört zum Future ein Handgriff dazu: das Rollen. Weil jeder Kontrakt verfällt, wird die Position vor dem Verfall in den nächsten Termin übertragen, üblicherweise in einem Schritt als Spread-Order. Die Zinsdifferenz, die beim Forward in den Forward Punkten steckt, zahlt man beim Future über genau diese Rolltermine. Rechtzeitig rollen ist auch deshalb Pflicht, weil der 6E bei Fälligkeit physisch erfüllt wird: Wer über den letzten Handelstag hinaus hält, tauscht tatsächlich den vollen Währungsbetrag.

Der Hebel arbeitet in beide Richtungen

Die geringe Margin macht den Future kapitaleffizient, aber die tägliche Abrechnung läuft über den vollen Kontraktwert. Wer einen 6E-Kontrakt als Absicherung gegen ein US-Depot hält, braucht Liquiditätsreserve für die Schwankungen der Future-Seite, auch wenn die Gesamtposition abgesichert ist: Der Buchgewinn im Depot gleicht den Future-Verlust wirtschaftlich aus, erzeugt aber kein Cash: Die tägliche Abrechnung zieht echte Liquidität, auch dort, wo der Depotwert die Sicherheitenbasis stützt. Die Kontraktzahl richtet sich nach dem abzusichernden Netto-Währungsrisiko, also der Fremdwährungs-Exponierung nach Abzug von Beständen in der Heimatwährung und bereits vorhandenen Absicherungen, nicht nach der verfügbaren Margin; gemessen wird das im Rahmen des Netto-Liquidierungswerts.

Kernaussage

Der Forward für alle, mit täglicher Abrechnung

Der FX Future bringt das Devisentermingeschäft an die Börse: standardisierte Kontrakte, zentrales Clearing, drei Größen von 12.500 bis 125.000 Euro für EUR/USD. Er kostet dieselbe Zinsdifferenz wie ein Forward, verlangt aber Margin-Disziplin und regelmäßiges Rollen, und ist damit das Standardwerkzeug, mit dem Privatanleger Fremdwährungsrisiken absichern.