Box Spread Rechner

Rechnet den Preis einer SPX-Box in einen Jahreszins um. Gezählt wird vom Settlement bis zur Gutschrift des Barausgleichs, daneben steht die T-Bill-Kurve für dieselbe Laufzeit. Eingaben in Indexpunkten, Geldbeträge in US-Dollar je Box. Ohne Gebühren und Handelsspannen.

Payoff (K2 − K1) × 100 USD APY Effektiver Jahreszins bis zur Auszahlung T-Bill Referenz aus der Treasury-Kurve

Monatsverfall SPX: Abrechnung zur Eröffnung am Verfallstag (AM). Quartalsende SPXW: Abrechnung zum Handelsschluss (PM). Gutschrift jeweils am nächsten Geschäftstag. Ob lange Verfälle gelistet sind, beim Broker prüfen.

Ab Settlement (Handelstag plus ein Geschäftstag) bis zur Gutschrift.

Optional, für einen Limitpreis.

Preis der Box in Indexpunkten, etwa aus dem Orderbuch des Brokers.

T-Bill-Kurve wird geladen.

Rendite (APY)
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Auszahlung (USD je Box)
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Zinsertrag (USD je Box)
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APR (linear)
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Diskontfaktor (Preis / Breite)
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Zahlungen je Box (SPX: 100 USD je Punkt)
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T-Bill-Kurve, umgerechnet in APY

Treasury-Kurve wird geladen.

Werte als Tabelle

Quelle: U.S. Department of the Treasury, Daily Treasury Par Yield Curve Rates. Umrechnung in APY durch Konvex Investment.

Die bessere Alternative zu T-Bills?

Wer an der Börse aktiv ist, steht oft vor der Frage: Wohin mit überschüssigem Kapital? Die klassische Antwort lautet T-Bills. Es gibt aber eine Alternative aus der Welt der Optionen: den SPX Box Spread.

Eine Long Box wirkt wie eine synthetische Nullkuponanleihe. Heute wird ein Preis gezahlt, mit dem Barausgleich kommt ein fester Betrag zurück. Ob ihr Zins über dem von T-Bills liegt, entscheidet allein der Marktpreis der Box. Der Rechner oben stellt beide auf dieselbe Laufzeit bis zur Auszahlung und auf dieselbe Zinskonvention.

T-Bill
Referenz aus der Treasury-Kurve
OCC
Zentrales Clearing
100 USD
SPX-Multiplikator je Indexpunkt
BULL CALL SPREAD BUY CALL Strike K1 SELL CALL Strike K2 = Fixer Payoff SELL PUT Strike K1 BUY PUT Strike K2 BEAR PUT SPREAD

Konstruktion der Long Box

Ein Box Spread kombiniert zwei Optionsstrategien auf identische Strike-Paare: Einen Bull Call Spread und einen Bear Put Spread.

Werden diese vier Legs im S&P 500 Index (SPX) kombiniert, entsteht eine Position mit fixiertem Auszahlungsprofil. Heute wird ein Preis gezahlt und am Laufzeitende ein fester Betrag ausgezahlt. Das Prinzip entspricht einer Nullkupon-Anleihe.

Investition (Debit)

Es wird ein Marktpreis gezahlt, der unter dem inneren Wert der Box liegt. Dieser Betrag entspricht dem diskontierten Wert der zukünftigen Auszahlung.

Rückzahlung (Payoff)

Bei gleichem Verfall und identischer Abrechnung aller vier Beine beträgt der Payoff (K2 − K1) × 100 USD je SPX-Box. Er ist vom Indexstand am Verfall unabhängig. Das Clearing trägt die Erfüllung der Optionsverträge.

Rendite & Zins

Die Differenz zwischen Payoff und Debit ist der Gewinn. Der Rechner ermittelt daraus den effektiven Jahreszins (APY).

Wie sicher ist die Struktur? OCC vs. T-Bills

Ein wesentlicher Unterschied zu T-Bills liegt in der Gegenpartei.

US Treasury Bills

  • Staat als Gegenpartei (US Government)
  • Anfällig für Debt Ceiling Probleme
  • OTC-Handel mit teils schlechten Spreads
  • Rendite: aktuelle Referenz im Rechner oben

SPX Box Spread (OCC)

  • OCC als zentrale Clearingstelle
  • Indirekte Staats- und Liquiditätsrisiken bleiben
  • NBBO-Preise mit engen Spreads
  • Rendite: ergibt sich aus dem Marktpreis der Box
Käufer (Long Box) Debit Payoff OCC Options Clearing Corp. Clearing Zentrale Gegenpartei Credit Settle Verkäufer (Short Box)
1 Gegenparteirisiko minimiert: Die OCC steht als zentrale Clearingstelle zwischen Käufer und Verkäufer. Das Ausfallrisiko einzelner Marktteilnehmer trägt damit die Clearingstelle, nicht die Gegenseite des Trades.
2 Verbleibende Risiken: Die Clearingstruktur beseitigt Staats- und Liquiditätsrisiken nicht vollständig. Die OCC beschreibt selbst, dass ein Zahlungsausfall infolge der US-Schuldenobergrenze ihre Staatsanleihensicherheiten und Liquidität beeinträchtigen kann. Der feste Payoff ist deshalb keine Zusage völliger Risikofreiheit.

Quellen: Cboe, SPX-Kontrakte und OCC, PFMI Disclosure vom 27.04.2026, Seite 50.

Nur SPX (Index), kein SPY (ETF)!

Ausschließlich europäische Index-Optionen (Ticker: SPX) nutzen. Niemals Optionen auf ETFs wie SPY oder Einzelaktien. Bei amerikanischen Optionen droht vorzeitige Ausübung (Early Assignment), die die Renditestruktur zerstört.

SPX (European) Keine Early Assignment, Cash Settlement
SPY (American) Assignment-Risiko, Dividendenprobleme

Richtig mit T-Bills vergleichen

Ein fairer Vergleich braucht drei Dinge. Erstens dieselbe Strecke: Gezählt wird vom Settlement des Kaufs bis zur Gutschrift des Barausgleichs, nicht bis zum Verfallstag. Wer am 15.10.2026 eine Box auf den Novemberverfall kauft, bindet das Geld vom 16.10. bis zum 23.11., also 38 Tage. Bis zum Verfallstag gerechnet wären es 35 Tage, und die Rendite stünde um knapp 9 % ihres Werts zu hoch da.

Zweitens dieselbe Zinskonvention. Das US-Finanzministerium veröffentlicht Par-Renditen mit halbjährlicher Zinszahlung, auch für die Laufzeiten bis sechs Monate. Der Rechner rechnet sie nach der Formel des Ministeriums in APY um, den effektiven Jahreszins mit Zinseszins, und interpoliert linear auf die Laufzeit der Box.

Drittens die Kosten. Gebühren für vier Optionsbeine und die Handelsspanne senken die Rendite der Box. Der Rechner zeigt sie vor Kosten.

NBBO-Vorteil: Im SPX-Optionsmarkt greift das „National Best Bid and Offer". Oft lässt sich ein besserer Mid-Price erzielen als bei OTC-gehandelten Anleihen mit schlechteren Spreads.

Laufzeiten über den Jahresultimo

Geld über den Jahreswechsel kostet oft einen Aufschlag. Viele Banken halten ihre Bilanz zum Jahresende knapp, weil Aufsichtskennzahlen und Zuschläge teils am Stichtag gemessen werden. Kurzfristiges Geld über den 31. Dezember wird dadurch knapper.

Für die Box heißt das: Wer über den Jahreswechsel verleiht, kann von einem höheren Zins profitieren. Wer über den Jahreswechsel leiht, zahlt typischerweise mehr. Wie groß der Aufschlag ausfällt, schwankt von Jahr zu Jahr. Der Rechner unterstellt keinen Wert und rechnet nur mit dem eingegebenen Preis.

Steuerlich kann eine Box über den Jahreswechsel Prämien und Gegenposten auf zwei Steuerjahre verteilen, siehe steuerlicher Hinweis.

Short Box: Kostengünstige Liquidität

Während die Long Box als Anlage dient, beschafft die Short Box Kapital. Ob sie günstiger ist als ein Margin-Kredit, zeigt der Rechner oben im Modus „Geld leihen“ für denselben Betrag und dieselbe Laufzeit.

1 Mittelzufluss (Credit): Beim Öffnen der Short-Position fließt sofort Liquidität zu.
2 Rückzahlung: Mit dem Barausgleich am Geschäftstag nach der Abrechnung werden (K2 − K1) × 100 USD je SPX-Box als Tilgung belastet.
3 Effektivzins: Die Differenz zwischen Zufluss und Rückzahlung entspricht den Finanzierungskosten, fixiert über die gesamte Laufzeit.

Margin Kredit vom Broker

  • Variable Zinsen
  • Aufschlag auf einen Referenzzins, gestaffelt nach Betrag
  • Zinsänderungsrisiko
  • Abhängig von Broker-Konditionen

Short Box Spread

  • Fixierter Zinssatz
  • Zins ergibt sich aus dem Marktpreis der Box
  • Fixierter Zins bis Fälligkeit, schwankender Marktwert
  • Transparente Marktpreise (NBBO)

Risiko beim Leihen (Short Box)

Auch hier gilt strikt: Zwingend erforderlich ist die Nutzung von europäischen Index-Optionen (z.B. SPX oder XSP). Bei amerikanischen Optionen besteht das Risiko einer vorzeitigen Zuteilung (Assignment), die zu unerwarteten Margin-Calls führt.

Box Spreads im Euro-Raum

Auch auf DAX und Euro Stoxx 50 sind Box Spreads mit europäischer Ausübung und Barausgleich möglich. Sie werden in Euro abgerechnet und haben andere Multiplikatoren. Der Rechner oben ist ausschließlich für SPX-Boxen in US-Dollar ausgelegt.

ESTX50 (Euro Stoxx 50)

  • Europäische Optionen (kein Assignment-Risiko)
  • Cash Settlement in EUR
  • Multiplier: 10
  • Gehandelt an der EUREX

DAX Index

  • Europäische Optionen (kein Assignment-Risiko)
  • Cash Settlement in EUR
  • Multiplier: 5
  • Gehandelt an der EUREX
SOFR & EURIBOR Terminstruktur als Kompass: Für die optimale Laufzeitwahl empfiehlt sich ein Blick auf die SOFR-Terminstrukturkurve (USA) bzw. die EURIBOR-Futures-Kurve (Euro-Raum). Diese Kurven zeigen, zu welchen Zeiträumen sich Kapital am günstigsten verleihen oder leihen lässt.

Der Fixed Income Kurs vermittelt die Interpretation der SOFR- und EURIBOR-Terminstrukturkurven für professionelles Zinsmanagement und optimale Laufzeitstrategien.

Zum Fixed Income Kurs

Steuerlicher Hinweis für Anleger in Deutschland

  • Steuerlich zählt eine Box nicht als Einheit, sondern als vier einzelne Optionsgeschäfte (BMF-Schreiben „Einzelfragen zur Abgeltungsteuer“ vom 14. Mai 2025, Rn. 35).
  • Die Prämien der beiden verkauften Optionen sind Stillhalterprämien und zählen schon im Jahr des Zuflusses als Kapitalertrag, auch solange die Box offen ist (Rn. 25 und 33). Das gilt für die gekaufte Box ebenso wie für die verkaufte.
  • Die Prämien der beiden gekauften Optionen sind Anschaffungskosten. Sie wirken erst bei Verkauf, Verfall oder Barausgleich, bei einer Box über den Jahreswechsel also erst im Verfallsjahr.
  • Bei der Short Box liegen die Stillhalterprämien zwangsläufig über dem geliehenen Betrag, denn der Mittelzufluss ist ihre Summe abzüglich der Prämien der gekauften Optionen.
  • Wer diese zeitliche Verschiebung vermeiden will, schließt die Box so rechtzeitig, dass auch die Abwicklung noch im selben Kalenderjahr liegt, oder wählt einen Verfall, dessen Barausgleich noch im selben Kalenderjahr gutgeschrieben wird. Dann werden Prämien und Gegenposten im selben Steuerjahr miteinander verrechnet.

Wichtige Hinweise

  • Diese Seite und der Rechner stellen keine Anlageberatung dar. Die Ergebnisse sind Modellrechnungen. Es gelten die unten verlinkten Haftungsregeln einschließlich der dort ausdrücklich erhaltenen Haftung.
  • Der feste Payoff gilt für eine vollständig aufgebaute Box mit gleichem Verfall und identischer Abrechnung aller vier Beine. Er beseitigt keine Clearing-, Broker- oder Liquiditätsrisiken. Vor Fälligkeit schwankt der Marktwert mit dem Zinsniveau; ein vorzeitiger Verkauf kann zu Verlusten führen.
  • Gebühren, Spreads und Margin-Anforderungen des Brokers mindern die tatsächliche Rendite. Bei amerikanischen Optionen droht Early Assignment; die Struktur funktioniert nur mit europäischen Index-Optionen.
  • Der Box-Zins stammt ausschließlich aus den Eingaben. Die Seite zeigt keine Marktpreise von Box Spreads und keine Prognose künftiger Zinsen.
  • Referenzwerte stehen mit Quelle und Stand am Wert. Die T-Bill-Kurve stammt aus den Daily Treasury Par Yield Curve Rates des US-Finanzministeriums. Der EFFR kommt von der Federal Reserve Bank of New York, steht ohne Gewähr und unterliegt deren Terms of Use; den dort verlangten Hinweis zeigt der Margin-Vergleich im Wortlaut. Die Margin-Staffel von Interactive Brokers steht mit Abrufdatum. Fällt eine Quelle aus, zeigt der Rechner den letzten verfügbaren Stand mit Datum oder keinen Wert.