Optionen Sensitivitätskennzahlen

Greeks

Was sind die Greeks?

Delta, Gamma, Theta, Vega – vier Kennzahlen, die zusammen das komplette Risikoprofil einer Option beschreiben. Jeder Greek misst eine spezifische Sensitivität des Optionspreises gegenüber einem Marktfaktor: Kurs, Kursbeschleunigung, Zeit und Volatilität.

Δ
1. Ableitung nach Kurs
Richtungssensitivität

Γ
2. Ableitung nach Kurs
Konvexität

Θ
1. Ableitung nach Zeit
Zeitwertverfall

V
1. Ableitung nach IV
Volatilitätssensitivität

Wie funktionieren die Greeks zusammen?

Kein Greek existiert isoliert. Die folgende Grafik zeigt die wichtigsten Abhängigkeiten:

Greek Abhängigkeiten

Δ Delta Γ Gamma Θ Theta V Vega Γ = dΔ/dS Shadow Theta Konvergenz Θ bezahlt Γ Kein Greek existiert isoliert.

Greeks in der Praxis

Delta ↔ Gamma

Gamma bestimmt, wie schnell sich Delta ändert. Ohne Gamma wäre Delta statisch und Hedging trivial. Hohes Gamma = Delta ändert sich schnell, die Hedge Position muss ständig angepasst werden.

Gamma ↔ Theta

Die fundamentalste aller Greek Beziehungen. Theta bezahlt für Gamma. Konvexität ist niemals gratis. Bei konstanter Volatilität: Gamma Ertrag ≈ Theta Kosten.

Vega ↔ Gamma & Theta

Vega ist konzeptionell das durchschnittliche Gamma über die Restlaufzeit. Gamma dominiert kurze Laufzeiten, Vega lange. Shadow Theta kombiniert den reinen Zeitwertverlust mit Vega Effekten.

Die Restlaufzeit bestimmt, welcher Greek das Risiko dominiert:

Kurze Laufzeit

  • Gamma und Theta dominieren
  • Schnelle, impulsive Dynamik
  • Pin Risiko am Verfallstag

Lange Laufzeit

  • Vega dominiert
  • Trägere, stabilere Dynamik
  • Mean Reversion der Volatilität

Fortgeschritten

Die vier Hauptgreeks sind nur der Anfang. In der professionellen Praxis kommen Shadow Greeks hinzu, die reale Marktdynamiken wie Volatilitäts-Smile und Skew-Bewegungen berücksichtigen. Zusätzlich existieren Second-Order Greeks wie Vanna, Volga und Charm, die Wechselwirkungen zwischen den Hauptgreeks beschreiben und in Stresssituationen oft die dominierenden Risikotreiber sind.

Kernaussage

Die goldene Regel der Options Greeks

Kein Greek existiert isoliert. Jede Position ist gleichzeitig eine Delta, Gamma, Theta und Vega Position. Wer nur einen Greek betrachtet, sieht nur einen Bruchteil des Risikos. In der Praxis bestimmt die Restlaufzeit, welcher Greek dominiert – und Shadow Greeks liefern das realistischere Risikobild.