FX / Währung Devisenswap

FX Swap

Eine Währungsabsicherung endet nicht mit dem Verfallstag des Kontrakts, denn die abgesicherte Position lebt weiter. Wer den Hedge verlängern will, muss rollen, und das Instrument, mit dem der Profimarkt das erledigt, ist der FX Swap.

Was ist ein FX Swap?

Ein FX Swap (Devisenswap) kombiniert zwei gegenläufige Devisengeschäfte in einer einzigen Transaktion: ein Kassageschäft heute und ein Termingeschäft in der Zukunft. Im ersten Bein (Near Leg) werden zwei Währungen zum Spotkurs getauscht, im zweiten Bein (Far Leg) zum Forward Kurs wieder zurückgetauscht. Beide Kurse stehen bei Abschluss fest.

Ökonomisch ist ein FX Swap ein besichertes Zinsgeschäft: Für die Laufzeit wird die eine Währung geliehen und die andere verliehen. Sein Preis sind die Swap Punkte, und die sind identisch mit den Forward Punkten, also die Zinsdifferenz in Pips. Gemessen am Umsatz ist der FX Swap das meistgehandelte Instrument des gesamten Devisenmarkts.

1,0800
Near Leg: Tausch zum Spotkurs
1,0837
Far Leg: Rücktausch zum Forward Kurs
37 Pips
Swap Punkte (Beispiel, 3 Monate)
FX Swap: zwei Beine auf dem Zeitstrahl

FX Swap: zwei Beine auf dem Zeitstrahl Heute 3 Monate Near Leg: 1,0800 EUR gegen USD Far Leg: 1,0837 USD zurück in EUR Swap Punkte: 37 Pips

Near Leg (heute)

  • Tausch zum Spotkurs 1,0800
  • Liquidität wechselt die Währung
  • Kein Kursrisiko, Kurs ist der Markt bei Abschluss

Far Leg (am Termin)

  • Rücktausch zum Forward Kurs 1,0837
  • Kurs heute schon fixiert
  • Abstand zum Spot = Swap Punkte = Zinsdifferenz

Praxisbeispiel

Angenommene Beispielwerte: Spot EUR/USD 1,0800, USD-Zins 5,3 % (etwa SOFR), EUR-Zins 3,9 %. Ein Anleger gibt im Near Leg 100.000 EUR und erhält 108.000 USD; im Far Leg nach drei Monaten läuft der Rücktausch zum Forward Kurs 1,0837. Die 37 Pips Differenz entsprechen rund 0,35 % je Quartal oder etwa 1,39 % pro Jahr: exakt die Zinsdifferenz, wie es die Zinsparität verlangt. Wer eine bestehende Dollarabsicherung um drei Monate verlängert, zahlt genau diesen Betrag als Rollkosten.

FX Swap für Privatanleger: das Rollen von Futures

Der klassische FX Swap ist ein Interbankeninstrument. Privatanleger bilden dieselbe Ökonomie über börsengehandelte Euro FX Futures ab: Läuft der Kontrakt aus, wird per Kalenderspread gerollt, also der alte Kontrakt verkauft und der nächste gekauft, beides in einer einzigen, gleichzeitig ausgeführten Order. So entsteht zwischen den beiden Beinen kein offenes Zeitfenster, in dem der Markt gegen die Position laufen kann. Der Preis dieses Spreads sind die Rollkosten, und auch sie spiegeln die zum Rollzeitpunkt gehandelte Zinsdifferenz, sind also die Absicherungskosten für die nächste Periode.

Häufiges Missverständnis

Ein FX Swap ist keine Währungswette

Weil Hin- und Rücktausch bei Abschluss feststehen, trägt ein FX Swap praktisch kein offenes Wechselkursrisiko. Er handelt nicht die Richtung des Kurses, sondern die Zinsdifferenz. Nicht zu verwechseln ist er außerdem mit dem Cross Currency Swap, der über Jahre läuft und laufende Zinszahlungen austauscht.

Kernaussage

Der FX Swap ist das Rollwerkzeug der Währungsabsicherung

Zwei Beine, ein Geschäft: Tausch zum Spot, Rücktausch zum Forward. Sein Preis sind die Swap Punkte, identisch mit den Forward Punkten. Wer eine Absicherung dauerhaft hält, bezahlt über das Rollen Periode für Periode die Zinsdifferenz.