Der Repo-Markt gehört zu den zentralen kurzfristigen Finanzierungsmärkten. Er verbindet Wertpapierbestände mit Geldmarktliquidität und liefert die Transaktionen, aus denen Referenzsätze wie SOFR entstehen.
Was ist ein Repo?
Ein Repo (Repurchase Agreement, Rückkaufvereinbarung) verbindet den Verkauf von Wertpapieren mit der Pflicht, sie zu einem festgelegten Termin zurückzukaufen. Wirtschaftlich ist das ein besichertes Darlehen. Die Laufzeit kann über Nacht oder über einen festen längeren Zeitraum reichen.
Der Wertpapierverkäufer erhält Geld und stellt Sicherheiten, häufig US-Staatsanleihen. Die Gegenseite desselben Geschäfts heißt Reverse Repo. Ein Haircut sorgt dafür, dass der Sicherheitenwert über dem ausgezahlten Geldbetrag liegt.
Warum dieser Markt alle angeht
Händler finanzieren über Repos ihre Wertpapierbestände. Geldmarktfonds legen darüber kurzfristig Mittel an. Aus einem breiten Satz besicherter Overnight-Transaktionen mit US-Staatsanleihen wird der Referenzsatz SOFR berechnet.
Die Fed steuert kurzfristige Geldmarktsätze vor allem über den Zins auf Reserveguthaben (IORB). Die Overnight Reverse Repo Facility unterstützt die Untergrenze. Die Standing Repo Facility stellt berechtigten Gegenparteien einen Backstop bereit und dämpft Aufwärtsdruck. Sie ist kein harter Deckel für jeden Repo-Satz.
Ein einzelner Abstand zwischen SOFR und IORB beweist weder reichliche noch knappe Reserven. Für eine Liquiditätsdiagnose zählen zusätzlich EFFR, SOFR-Perzentile und Volumen, Nutzung der Fed-Fazilitäten, Sicherheitenangebot, Berichtstermine und die Dauer einer Abweichung.
Rechenbeispiel
Angenommene Werte: 100 Millionen Dollar werden für einen Tag zu 5,05 % Repo-Satz ausgeliehen. Bei einer Day-Count-Basis von 360 Tagen beträgt der Zins rund 14.027,78 Dollar. Der Rückkaufpreis liegt damit bei 100.014.027,78 Dollar. Der Satz selbst wird nicht einfach auf den Kaufpreis addiert.
Repo-Sätze können abrupt steigen. Mögliche Ursachen sind knappe Reserven, viel Sicherheitenangebot, begrenzte Dealer-Bilanzen oder Berichtstermine. Im September 2019 sprang der US-Overnight-Satz deutlich über die Verwaltungssätze der Fed. Erst zusätzliche Repo-Geschäfte beruhigten den Markt. Auch Geldmarktfonds und kurzlaufende T-Bills reagieren indirekt auf solche Spannungen.
Kernaussage
Ein Repo ist ein besichertes kurzfristiges Darlehen in Form von Verkauf und vereinbartem Rückkauf. Die Laufzeit kann über Nacht oder länger sein. Treasury-Repos bilden die Datenbasis für SOFR. Repo-Sätze liefern Hinweise auf Dollar-Liquidität, müssen aber zusammen mit Volumen, Fed-Sätzen und Marktstruktur gelesen werden.