Optionen Vomma, Vega Konvexität

Volga

Was ist Volga?

Vega misst, wie empfindlich eine Option auf Volatilität reagiert. Aber Vega selbst ist nicht konstant – es ändert sich mit. Volga misst diese Änderung. Formal ist Volga (auch Vomma genannt) die zweite Ableitung des Optionspreises nach der impliziten Volatilität – oder einfacher: das Gamma der Volatilitätsdimension.

Volga
Volga = dVega / dVolatilität

Wie funktioniert Volga?

Stell dir eine stark aus dem Geld liegende Put Option vor. Ihr Vega ist zunächst gering – die Option reagiert kaum auf Volatilitätsänderungen. Steigt die Volatilität jedoch deutlich an, wächst das Vega dieser Option überproportional. Genau diese Beschleunigung ist der Volga Effekt.

Der Schlüssel liegt in der U-förmigen Verteilung: ATM Optionen haben nahezu kein Volga, während OTM Optionen auf beiden Seiten hohe Volga Werte aufweisen.

Volga: U-förmige Verteilung

Strike ATM OTM Put OTM Call Minimum

ATM Optionen

  • Vega ist hoch, aber nahezu konstant
  • Volga ≈ 0
  • Volatilitätsänderungen wirken linear auf den Preis

OTM Optionen (~10% Δ)

  • Vega ist niedrig, steigt aber steil bei Vol-Anstieg
  • Volga = Maximum
  • Konvexer, überproportionaler Preisanstieg bei Vol-Spikes

Volga in der Praxis

Volga ist der entscheidende Mechanismus hinter dem Volatility Smile. In ruhigen Märkten ist der Effekt kaum spürbar. Doch in Stressphasen entfaltet er enorme Wirkung.

Volga in Krisenmärkten

In Marktpaniken explodiert die Volatilität sprunghaft. OTM Puts, die zuvor minimales Vega besaßen, absorbieren durch den Volga Effekt massives neues Vega. Die Preise steigen überproportional. Dieser Mechanismus treibt den Volatility Smile in Crashszenarien.

1
Normaler Markt: OTM Puts haben geringes Vega. Der Volga Effekt schlummert.
2
Volatilitätsanstieg: Volga aktiviert sich – Vega der OTM Optionen steigt überproportional.
3
Preisexplosion: OTM Puts verteuern sich weit stärker, als ein lineares Vega Modell vorhersagt.
Praktische Relevanz

Volga ist maximal bei ca. 10% Delta Optionen. Standard Risikomodelle, die Vega als konstant annehmen, unterschätzen das tatsächliche Volatilitätsrisiko in Stressphasen erheblich. Professionelle Händler nutzen Volga, um die Konvexität ihrer Vega Exposure zu steuern.

Fortgeschritten

Volga steht in direktem Zusammenhang mit anderen Second Order Greeks. Während Vanna die Kreuz-Sensitivität zwischen Kurs und Volatilität misst, erfasst Volga die reine Volatilitäts-Konvexität. Zusammen mit Vanna und den Shadow Greeks bildet Volga das Fundament für realistische Risikomodelle jenseits von Black-Scholes.

Kernaussage

Vega allein ist eine lineare Annäherung. Volga zeigt, dass Optionspreise konvex auf Volatilität reagieren – besonders bei OTM Optionen. Wer nur Vega betrachtet, unterschätzt das Risiko in genau den Momenten, in denen es am größten ist: bei Volatilitätsspikes.