Optionen Volatilitätssensitivität

Vega

Was ist Vega?

Wenn Unsicherheit am Markt steigt, werden Optionen teurer. Vega misst diese Sensitivität. Es gibt an, um wie viel sich der Optionspreis ändert, wenn die implizite Volatilität um 1% steigt oder fällt.

Konzeptionell kann Vega als das durchschnittliche Gamma über die gesamte Restlaufzeit verstanden werden. Es ist die Größe der Volatilitätsposition im Portfolio.

Wie funktioniert Vega?

Wie bei Gamma und Theta liegt das Maximum am Geld (ATM). OTM Optionen reagieren zwar prozentual stärker auf IV-Änderungen, haben aber einen geringeren absoluten Vega Wert.

Vega Verteilung über Strikes

Strike ATM Peak OTM Put OTM Call

ATM Optionen

  • Höchster absoluter Vega Wert
  • Vega relativ stabil bei IV Schwankungen
  • Geringe Konvexität (niedriges Volga)

OTM Optionen

  • Geringerer absoluter Vega Wert
  • Starke Krümmung bei IV Änderungen
  • Hohe Volga Sensitivität

Vega in der Praxis

Im Gegensatz zu Gamma und Theta hat Vega ein inverses Verhältnis zur Restlaufzeit: Je länger die Laufzeit, desto höher das Vega. Langläufer sind damit die primären Volatilitätsinstrumente in jedem Portfolio.

Vega steigt mit der Restlaufzeit

Hoch 0 Kurz Lang Restlaufzeit Vega Gamma

Professionelle Risikomanager verrechnen Vega niemals über alle Laufzeiten hinweg. Das einfache Addieren von Vegas unterstellt eine parallele Verschiebung der gesamten Volatilitätskurve, was in der Realität nie zutrifft. Stattdessen gewichten sie das nominale Vega:

Normalisierungsformel
Power Vega = Vega / √T

Zusätzlich wird das Risiko in isolierte Laufzeit-Buckets aufgeteilt:

0 bis 30d
Gamma dominiert, schnelle IV Bewegung
30 bis 90d
Mischzone Gamma / Vega
90 bis 180d
Vega gewinnt Gewicht
180d+
Max. Vega, Mean Reversion

Fortgeschritten

Genauso wie Delta nicht konstant bleibt (gemessen durch Gamma), bleibt auch Vega nicht konstant bei Volatilitätsänderungen. Die Änderungsrate des Vega wird als Volga (auch: Vomma) bezeichnet.

Volga
Volga = dVega / dVolatilität
Volga in Krisenmärkten

In Marktpaniken explodiert die Volatilität. OTM Puts absorbieren durch Volga Effekte massives neues Vega und steigen überproportional im Preis. Dieser Mechanismus treibt den Volatility Smile in Crashszenarien.

Kernaussage

Vega misst die Volatilitätsposition im Portfolio

Vega dominiert bei langen Laufzeiten, Gamma bei kurzen. Rohes Vega über verschiedene Laufzeiten zu addieren ist irreführend – professionelle Händler normalisieren mit Power Vega und nutzen Laufzeit-Buckets. In Krisenmärkten verstärkt Volga die Vega-Exposition von OTM Optionen dramatisch.