FX / Währung Forward Points / Swap Points

Forward Punkte

Jede Terminquotierung am Devisenmarkt zeigt zwei Zahlen: den Spotkurs und einen kleinen Auf- oder Abschlag. Dieser Abstand hat einen Namen: Forward Punkte. Wer versteht, woraus sie entstehen, versteht die gesamte Preislogik des Devisenterminmarkts.

Was sind Forward Punkte?

Forward Punkte (englisch Forward Points oder Swap Points) sind die Differenz zwischen dem Kurs eines FX Forward und dem Spotkurs desselben Währungspaars. Quotiert werden sie in Pips, bei EUR/USD also in Einheiten von 0,0001.

Definition
Forward Punkte = Forward Kurs − Spotkurs

Ihre Höhe ist keine Verhandlungssache und keine Gebühr, sondern folgt aus der Zinsparität. Näherungsweise gilt:

Näherung über die Zinsdifferenz
Forward Punkte ≈ Spot × (Zins USD − Zins EUR) × t
1,0800
Spotkurs EUR/USD (Beispiel)
1,0837
Forward Kurs auf 3 Monate
+37 Pips
Forward Punkte
Forward Punkte: der Abstand zwischen Forward und Spot

Forward Punkte: der Abstand zwischen Forward und Spot 1,0837 1,0800 EUR/USD, Laufzeit 3 Monate Spot 1,0800 Forward 1,0837 +0,0037 = 37 Pips

Praxisbeispiel

Angenommene Beispielwerte: Spot EUR/USD 1,0800, USD-Zins 5,3 % (etwa SOFR), EUR-Zins 3,9 %, Laufzeit 3 Monate. Exakt gerechnet liegt der Forward bei 1,0837, also:

Forward Punkte = 1,0837 − 1,0800 = 0,0037 = 37 Pips

Die Näherung über die Zinsdifferenz liefert fast dasselbe: 1,0800 × 0,014 × 0,25 = 0,0038. Relativ zum Spot sind 37 Pips rund 0,35 % je Quartal oder etwa 1,39 % pro Jahr. Für den EUR-Anleger, der Dollarpositionen absichert, sind diese Punkte der Preis des Hedges: die Absicherungskosten.

Aufschlag oder Abschlag?

Das Vorzeichen der Forward Punkte hängt allein daran, welche Währung höher verzinst wird:

Aufschlag (Report)

  • US-Zins über dem Euro-Zins
  • Forward notiert über dem Spot, Punkte positiv
  • Die Absicherung von USD-Positionen kostet: negativer Carry

Abschlag (Deport)

  • Euro-Zins über dem US-Zins
  • Forward notiert unter dem Spot, Punkte negativ
  • Die Absicherung bringt Geld ein: positiver Carry, wie etwa 2009 bis 2015

Häufiges Missverständnis

Forward Punkte sind weder eine Gebühr des Brokers noch eine Kursprognose. Sie sind die am Markt gehandelte Zinsdifferenz, umgerechnet in Wechselkurseinheiten. Deshalb ändern sie sich auch nicht, weil jemand „den Euro steigen sieht“, sondern weil sich Zinserwartungen verschieben. Zwei Feinheiten dazu: Forward Punkte skalieren mit dem Spotniveau, sie sind proportional zum Spot, und sie können über die Cross Currency Basis von der reinen Zinsdifferenz abweichen; seit der Finanzkrise 2008 weicht die gedeckte Zinsparität zeitweise messbar ab, die Basis wirkt dann als Knappheitspreis für Dollarfinanzierung. Im FX Swap tauchen exakt dieselben Punkte als Swap Punkte wieder auf: Dort sind sie der Preis fürs Rollen einer Position.

Kernaussage

Forward Punkte sind Zinsdifferenz in Pips

Sie messen den Abstand zwischen Forward und Spot und entstehen aus der Zinsparität, nicht aus Erwartungen. Positive Punkte bei EUR/USD bedeuten: Der Dollar verzinst höher, und die Absicherung aus dem Dollar heraus kostet genau diesen Aufschlag.