Box Spread Rechner
Ermittle präzise die effektive Verzinsung, Arbitrage-Chancen und den fairen Preis deiner Box-Spread-Positionen.
Die bessere Alternative zu T-Bills?
Wer an der Börse aktiv ist, steht oft vor der Frage: Wohin mit überschüssigem Kapital? Die klassische Antwort lautet T-Bills. Doch es existiert eine Alternative aus der Welt der Optionen, die oft eine höhere Rendite bei vergleichbarer Sicherheit bietet: Der SPX Box Spread.
Eine Long-Box-Spread-Position fungiert als synthetische Nullkupon-Anleihe und ermöglicht institutionelle Zinskonditionen, die häufig 20 bis 40 Basispunkte über klassischen Staatsanleihen liegen.
Konstruktion der Long Box
Ein Box Spread kombiniert zwei Optionsstrategien auf identische Strike-Paare: Einen Bull Call Spread und einen Bear Put Spread.
Werden diese vier Legs im S&P 500 Index (SPX) kombiniert, entsteht eine Position mit fixiertem Auszahlungsprofil. Heute wird ein Preis gezahlt und am Laufzeitende ein fester Betrag ausgezahlt. Das Prinzip entspricht einer Nullkupon-Anleihe.
Investition (Debit)
Es wird ein Marktpreis gezahlt, der unter dem inneren Wert der Box liegt. Dieser Betrag entspricht dem diskontierten Wert der zukünftigen Auszahlung.
Rückzahlung (Payoff)
Am Verfallsdatum erfolgt eine garantierte Rückzahlung in Höhe der Differenz K2 – K1. Dieser Betrag ist fix und marktunabhängig.
Rendite & Zins
Die Differenz zwischen Payoff und Debit ist der Gewinn. Der Rechner ermittelt daraus den effektiven Jahreszins (APY).
Ist das wirklich risikofrei? OCC vs. T-Bills
Ein wesentlicher Unterschied zu T-Bills liegt in der Gegenpartei.
US Treasury Bills
- Staat als Gegenpartei (US Government)
- Anfällig für Debt Ceiling Probleme
- OTC-Handel mit teils schlechten Spreads
- Rendite: ~4,25 % (typisch)
SPX Box Spread (OCC)
- OCC als zentrale Clearingstelle (AAA)
- Kein Debt Ceiling Risiko
- NBBO-Preise mit engen Spreads
- Rendite: ~4,54 % (typisch)
Nur SPX (Index), kein SPY (ETF)!
Ausschließlich europäische Index-Optionen (Ticker: SPX) nutzen. Niemals Optionen auf ETFs wie SPY oder Einzelaktien. Bei amerikanischen Optionen droht vorzeitige Ausübung (Early Assignment), die die Renditestruktur zerstört.
Rendite-Vergleich
Warum nutzen Profis diese Strategie? Während T-Bills häufig bei ca. 4,25 % rentieren, kann ein Box Spread im gleichen Zeitraum 4,54 % erzielen.
Der Aufwand ist minimal: Ein einziger Kontrakt kann ein Volumen von 100.000 $ bewegen.
Short Box: Kostengünstige Liquidität
Während die Long Box als Anlage dient, fungiert die Short Box als Instrument zur Kapitalbeschaffung. Die Konditionen liegen oft deutlich unter regulären Margin-Zinsen.
Margin Kredit vom Broker
- Variable Zinsen
- Oft hoher Aufschlag auf Leitzins
- Zinsänderungsrisiko
- Abhängig von Broker-Konditionen
Short Box Spread
- Fixierter Zinssatz
- Nahe an Treasury Bill Rendite
- Kein Zinsänderungsrisiko
- Transparente Marktpreise (NBBO)
Risiko beim Leihen (Short Box)
Auch hier gilt strikt: Zwingend erforderlich ist die Nutzung von europäischen Index-Optionen (z.B. SPX oder XSP). Bei amerikanischen Optionen besteht das Risiko einer vorzeitigen Zuteilung (Assignment), die zu unerwarteten Margin-Calls führt.
Box Spreads im Euro-Raum
Neben dem SPX stehen auch europäische Index-Optionen für Box Spreads zur Verfügung. Beide Indizes nutzen europäische Optionen mit Cash Settlement.
ESTX50 (Euro Stoxx 50)
- Europäische Optionen (kein Assignment-Risiko)
- Cash Settlement in EUR
- Multiplier: 10
- Gehandelt an der EUREX
DAX Index
- Europäische Optionen (kein Assignment-Risiko)
- Cash Settlement in EUR
- Multiplier: 5
- Gehandelt an der EUREX
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